Farm & Food 4.0 2019: Text

Spannend war es in Berlin, vielfältige Themen und interessante Menschen. Hier ein Ausschnitt.

Das Grußwort von Michael Horsch war anspruchsvoll. „In den letzten 15 Jahren haben wir so viel produziert wie möglich und das so günstig wie möglich“ stellte er fest. Das sei der Auftrag der Gesellschaft gewesen. Aber „wir werden älter aber nicht gesünder“ fuhr Horsch fort. Für ihn ist klar, dass das nächste Ziel „gesunde Menschen“ heißen muss und dazu trägt die Ernährung ganz zentral bei. Für Horsch ist dabei klar, dass wir weniger tierische und mehr pflanzliche Produkte konsumieren müssen, unseren Konsum etwas reduzieren. Das erfordert neue Fruchtfolgen, neue Sorten und neue Techniken. Damit hatte er einige der Zukunftsaufgaben abgesteckt.

Michael Horsch im Interview nach dem Grußwort

In der Podiumsdiskussion „Digital Agriculture – Hype vs. Reality“ waren sich eigentlich alle einig: Was in der Tierproduktion schon weitgehend automatisiert ist, wird in der Pflanzenproduktion wegen der vielfältigen biologischen System schwierig. Michael Horsch spitzte es gar zu: „Die Digitalisierung auf dem Acker hat bisher nicht viel gebracht“ und fand damit breite Zustimmung. Die Zukunft der deutschen Landwirtschaft sahen einige Diskutanten vor allem in der regionalen oder Spezialproduktion. Bei Massenprodukten werden deutsche auf Dauer nicht mit ausländischen Produkten mithalten können, daher müssen Produkte her, die nicht einfach austauschbar sind. Der Einsatz chemischer Mittel wurde dabei als heikel angesehen und wird zurückgehen (müssen).

Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Digital Agriculture – Hype vs. Reality“

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will die ländlichen Räume zu „Kraftzentren“ ausbauen sowie „die Wurzeln der Tradition und die Flügel der Zukunft“ verbinden. Breitband und Digitalisierung sind dazu wichtige Hilfsmittel. Sie warnte aber auch vor der größer werdenden Kluft zwischen Stadt- und Landbevölkerung.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf der Farm & Food 4.0

„Pioneering AgTech“ als Thema 3 richtete sich vor allem an Start-Ups und Firmen, die mit Start-Ups zusammenarbeiten (wollen).

„Clean Meat“ als letztes Schwerpunktthema war für die Tierproduktion spannend. Protagonist dieser Bewegung ist Didier Toubia vom israelischen Aleph Pharms. 2022 will seine Firma erste Steak-Produkte aus der in-Vitro-Produktion marktreif haben.


Meine Meinung:

Schwierig. Von Clean Meat über Start-Ups bis zu Ackerbau, das ist ein extrem breites Feld. Dadurch picken sich die Teilnehmer „ihre“ Themen heraus und haben nur von Teilen des Kongresses etwas.

Toll. Gute Leute auf dem Podium mit spannenden, teils relevanten Aussagen.

Insgesamt dieses Jahr ein lohnender Besuch.