Farm & Food 4.0

Was?

Am 22.1.2018 fand in Berlin der Kongress „Farm & Food 4.0“ rund um die Digitalisierung der im Farm- und Foodbereich.

Vorträge:

  • Joachim Rukwied, DBV e.V. zu “Großflächige Breitbandversorgung auf dem Land ist aktuell die größte Herausforderung”
    Wichtiger Aspekt: ohne Breitband wird der ländliche Raum abgehängt. Und „ohne das Fingerspitzengefühl der Landwirte geht gar nichts“.
  • Impulsvortrag von Daniel Krauss, FlixMobility GmbH über „The good, the bad and the disruptive“ – Erfolg durch Timing, Team und die richtige Idee“
    Wichtiger Aspekt: der Erfolg kam u.a. durch den super Marktzugang, der durch Fokussierung auf die Kundenwünsche und deren perfekte Umsetzung durch Technologie ermöglicht wurde.
  • Dr. Helmut Schramm, Bayer CropScience Deutschland GmbH über „Digital Farming @ Bayer: Technology for a better tomorrow“
    Wichtiger Aspekt: Die Weltbevölkerung wächst und wir müssen sie ernähren und brauchen dazu Pfanzenschutzmittel.
  • Britt Kritzler, Connecting Food über „Ensuring fair recognition of all stakeholders along the food production chain“
    Wichtiger Aspekt: Blockchain hat das Potential, eine komplette Rückverfolgbarkeit vom Acker bis ins Regal sicherzustellen.
  • Dr. Mila Kletsky, Picking Alpha über „Trends in Demand for, and investments in, AgTech and FoodTec innovations in the US & EU“
    Wichtiger Aspekt: Investitionen in den Agrifood-Bereich nehmen zu, allerdings vor allem für E-Restaurants und -Marktplätze, weniger innerhalb der Landwirtschaft.
  • Podiumsdiskussion – „Handel im Wandel“ Digitalisierung des Handelsprozesses im Agrarbereich“ mit Andreas Rickmers (Agravis Raiffeisen AG), Prof. Klaus Josef Lutz (BayWa AG), Christoph Kempkes (RWZ eG), Werner Berger (Fenaco Schweiz) und Klaus Bürg (Amazon Web Services Germany GmbH)
    Wichtiger Aspekt 1: Die Raiffeisens halten sich für super-nah am Kunden und dort unersetzlich.
    Wichtiger Aspekt 2: Amazon wird in allen Märkten aktiv, die sie für attraktiv halten. Und wenn ein Landwirt bei gleicher Qualität etwas besser oder günstiger kaufen kann, wird er tun. Und als Logistikspezialist schreckt Amazon auch vorm ländlichen Raum nicht zurück.

Food & Mobility

Der zweite Teil handelte von „Food and Mobility: Wie bringt man Mobilität und gutes, gesundes Essen in Einklang?“

  • Dr. Christian von Boetticher, BVE e.V. über “Change Management ist die größte Herausforderung für Unternehmer in der Lebensmittelindustrie”
  • Stefan Hipp, Hipp GmbH über “Bio spielt eine bedeutende Rolle im Lebensmittelhandel”
    Wichtiger Aspekt: durch Digitalisierung können Betriebsmittel eingespart und die Umwelt geschont werden.
  • Helmut Ramsauer, SpinPartners über “Die Grundidee dieses ganzheitlichen Konzepts ist “Food and Mobility as-a-service”
    Wichtiger Aspekt: Produkte werden sich zu Services weiterentwickeln. Gewinnen wird nicht das beste Produkt, sondern das beste Kundenerlebnis.
  • Prof. Olaf Plötner, ESMT Berlin zu „Kostenfallen bei innovativen Geschäftsmodellen“
    Wichtiger Aspekt: mehr Mut beim „sich einlassen“ auf den kommenden Wandel. Gleichzeitig aber überlegt planen um bekannte Fehler nicht zu wiederholen.
  • Dorothee Töreki, IBM Cognitive Solutions Group über “Blick durch das Schlüsselloch in Richtung Zukunft“
    Wichtiger Aspekt: Mobilität als Service & Erlebnis ist ebenso im Kommen wie sie Shared Economy (nicht besitzen, sondern nutzen). Auch hier: Blockchain wird eine wichtige Technologie.

Weiteres Material unter https://farm-and-food.com


Meine Meinung:

Ihrem ambitionierten Motto „Mitten in der Revolution – Chancen suchen für die Wertschöpfung von morgen“ wurde die Veranstaltung nicht gerecht. Zu viel alte Denke, selbstgefällig und ich-bezogen. Die Zukunft wird von vielen dieser älteren Herren oft belächelt (Nokia-ähnlich), während Innovatoren längst ihre Claims abstecken (Apple-ähnlich). Die Sätze von Amazon empfand (nur?) ich als finalen Weckruf. Ich fürchte zweierlei:

  1. Wieder werden andere das Geschäft mit der Landwirtschaft machen (anstatt die Landwirtschaft ihr eigenes).
  2. Das eine und andere Unternehmen wird vom Markt, mindestens aber in eine Nische gefegt.

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