disruptiv

to disrupt = engl. „unterbrechen“ bzw. „stören“. Oft analog zu „revolutionär“ genutzt.

Disruptive Technologien treten plötzlich und sprunghaft, oft überraschend auf und verdrängen bestehende Lösungen. Meist kommen solche Innovationen von Firmen, die bisher nicht direkt zur Branche gehörten.

Im Gegensatz dazu stehen evolutionäre, kontinuierliche Weiterentwicklungen.

Klassische Beispiele für Disruption:

  • Elektrizität ersetzt Gas, Öl und Muskelkraft; Autos verdrängten Pferde; E-Mails den Brief; das Smartphone das klassische Handy; Apple verkauft mehr Uhren als die gesamte Uhrenindustrie der Schweiz.
  • Aktuell wird die Elektrifizierung von Fahrzeugen nicht von klassischen Autokonzernen vorangetrieben, sondern von Newcomern wie Tesla oder Einride bzw. von der Deutschen Post.
  • In der Landwirtschaft waren disruptive Technologien z.B. Dampfpflug und Dampfdrusch. Je nach Sichtweise gab es vielleicht noch weitere Disruptionen, das Gros waren aber „nur“ Weiterentwicklungen.

Disruption ist gerade in Mode, zur Bewältigung der Digitalisierung sollen Unternehmen disruptiv werden. So populär die Forderung, so unmöglich ist sie. Unternehmen können schwerlich das Kerngeschäft betreiben und weiterentwickeln und gleichzeitig etwas ganz anders machen.
Disruptive Technologien kommen daher meist von Start-ups, von frisch gegründeten Unternehmen, die meist für Ihre Idee „brennen“. Oder von bisher branchenfremden Unternehmen wie Apple oder der Deutschen Post.

Disruptiv und Landwirtschaft

Vertical Farming und Insektenfarmen sind in aller Munde; Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz für jede einzelne Pflanze ist in Arbeit; an Fleischersatz aus dem 3D-Drucker oder aus Bioreaktoren wird ebenfalls gearbeitet.

Einiges davon wird von der Medienhype zum Nischen- oder zum urbanen Produkt. Anderes wird für drastische Veränderungen sorgen. Am spannensten ist aber das, was noch unsichtbar ist, was an Revolution noch wartet. Denn Disruption und „noch nicht sichtbar“ bedingen einander geradezu.

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